Josef Mar­tin wird für seine Pio­nier­rol­le aus­ge­zeich­net

15 Juni 2021

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Josef Martin ist von der Körber-Stiftung als „gemeinwohlorientierter Unternehmer 60plus“ mit dem Zugabe-Preis ausgezeichnet worden. Damit gewürdigt wird sein Engagement als Initiator und Gründer der Seniorengenossenschaft Riedlingen.

Bundesweit beachtetes Beispiel bürgerschaftlicher Selbsthilfe

Josef Martin habe mit ihr „ein bundesweit beachtetes Beispiel bürgerschaftlicher Selbsthilfe ins Leben gerufen“, begründet die Jury ihre Entscheidung. Sie hält das Modell der Seniorengenossenschaft für „ebenso vorbildlich wie Josef Martins Pionierrolle darin“. Der Agrar-Ingenieur habe früh die Folgen des demografischen Wandels erkannt und auf die Landflucht der Jungen und die Versorgungsnot für die Alten 1991 mit der Gründung der Seniorengenossenschaft Riedlingen reagiert. Aufgeführt wird in der Begründung das Angebot des Projektes der bürgerschaftlichen Selbsthilfe: barrierefreie Wohnungen, eine Demenztagespflege, Hilfe im Haushalt, Essens- und Fahrdienste. Verwiesen wird auf die 850 Mitglieder, 22 beschäftigten Fachkräfte und 100 freiwilligen Älteren, die sich gegen ein geringes Entgelt einbringen oder über ein Zeitsparkonto vergütet werden.

In jedem Alter die Welt verbessern

Der 85-Jährige ist unter 47 Nominierten einer der drei Sieger des jeweils mit 60 000 Euro dotierten Zugabe-Preises. Er wurde zum dritten Mal vergeben. Mit ihm zeichnet die Körber-Stiftung Gründerinnen und Gründer aus, die nach dem 60. Lebensjahr mit unternehmerischen Mitteln Lösungen für die gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit gefunden und dafür ein Unternehmen oder Sozialunternehmen aufgebaut haben. „Die Botschaft des Preises“, so die Körber-Stiftung: „Die Welt zu verbessern, ist in jedem Alter möglich“. Ins Leben gerufen wurde sie 1959 von dem Unternehmer Kurt A. Körber. Martin war von dem Team, das sich innerhalb der Stiftung auf die Suche nach preiswürdigen Projekten macht, bereits zum zweiten Mal animiert worden, sich um den Zugabe-Preis zu bewerben. 2020 war er in die nähere Auswahl gelangt, 2021 gab es den Zuschlag. Die Preisverleihung ist für Juni geplant.

Die Seniorengenossenschaft begeht in diesem Monat ihr 30-jähriges Bestehen, Coronabedingt notgedrungen ohne Fest. Josef Martin ist voller Tatendrang, um die bürgerschaftlichen Selbsthilfestrukturen weiter entwickeln zu können. Durch den Preis erhofft er sich dafür eine deutliche Unterstützung.